Henkes

Mittwoch 21.10.15 22:58 Uhr|Autor: Lutz Schinköth Foto: volksfreund.de/Helmut Gassen

Roger Henkes, hier noch als Trainer der SG Pronsfeld, ist mittlerweile Coach beim FSV Eschfeld.

Eschfelder Lokalpatriotismus

Roger Henkes fühlt sich beim FSV Eschfeld wohl - Edwin Belling assistiert

Ein strammes Auftaktprogramm ließ den FSV Eschfeld nicht über den achten Platz hinauskommen. Trotz der noch immer mäßigen Punkteausbeute ist der neue Trainer Roger Henkes mit dem Zwischenergebnis zufrieden. Der ehemalige Coach der SG Pronsfeld lobt vor allem den beispiellosen Teamgeist sowie den Support der Zuschauer. Eschfeld. Um die Meisterschaft wird er nicht mitspielen. Auch im Kreispokal ist der Zug längst ohne ihn abgefahren. Der Fußball-Sport-Verein Eschfeld rangiert im Niemandsland der Liga, hegt nie die ganz großen Ambitionen, ist aber auch weiterhin eigenständig unterwegs. Der neue Trainer Roger Henkes spricht mit Begeisterung über seinen neuen Klub. „Für einen Verein wie den FSV Eschfeld ist es nicht leicht, im Schatten einer SG GLÜ zu arbeiten.“ Jahrzehntelang schaute man neidlos auf den großen Nachbarn, als dieser noch Landes- und Bezirksliga spielte. „Doch ich fühle mich sehr wohl hier, es gefällt mir richtig gut.“ Henkes kennt den Abstiegskampf nur allzu gut. Mit der SG Lünebach gelang ihm im Vorjahr erst über die erfolgreiche Relegation der Klassenerhalt in der Kreisliga A. Dennoch entschied man sich für einen anderen Trainer. „Eschfeld war der einzige Klub, der angefragt hat. Die Spieler stehen hinter dem Dorf, die Zuschauer hinter der Mannschaft. Ich weiß, dass fast alle Einwohner in Eschfeld auch Vereinsmitglieder beim FSV sind. Das gibt es sonst nirgendwo.“

Das stramme Auftaktprogramm mit Spielen gegen Preist, Schleid und Herforst verhinderte einen besseren Start. „Gegen Schleid haben wir Unentschieden gespielt, gegen Gilzem gewonnen und gegen Ringhuscheid gab es ein 2:2. Wir waren schon 0:2 im Rückstand, kämpften uns dann toll ins Spiel zurück. In der 90. Minute haben wir einen glasklaren Elfmeter nicht bekommen. Dann wären es ja eventuell zwei Punkte mehr gewesen“, bilanziert Henkes. Die bis zum 3:1-Sieg in Messerich letzten Sonntag schwache Auswärtsbilanz ist auch der mageren Trainingsbeteiligung geschuldet. Henkes klärt auf: „Beruflich bedingt ist die Trainingsbeteiligung oft nicht so überragend. Wir haben fünf oder sechs Landwirte in der Mannschaft.“ Henkes jedoch bricht eine Lanze für seine Spieler. „Es ist ein Haufen, der da zusammenhält, vom Vorstand über die Mannschaft bis hin zu den Zuschauern. Wir haben in Eschfeld eine super Gemeinschaft, das komplette Team ist der Star.“ Der FSV funktioniere nur über die Mannschaft, betont Henkes, der mit Edwin Billen einen erfahrenen Coach an seiner Seite hat. „Edwin ist zeitlich bedingt etwas ins zweite Glied gerückt, sodass ich als hauptverantwortlicher Trainer auf dem Trainingsplatz stehe. Doch wir liegen auf einer Wellenlänge. Ob seiner Erfahrung kann ich noch jede Menge lernen von ihm und hole mir ein paar Tipps. Ich bin froh, dass Edwin noch dabei ist.“ Mit Patrick Wallesch, dem früheren, langjährigen Spielertrainer, versteht sich der neue Trainer sehr gut. „Die Zusammenarbeit mit Paddy ist topp, er kennt die Mannschaft und ist als Spieler die absolute Leitfigur.“ Das Ziel in diesem Jahr lautet nichts anderes als frühzeitiger Klassenerhalt. „Wir müssen drei Mannschaften hinter uns lassen, haben aber den Anspruch, im einstelligen Bereich zu landen. Die Liga ist von Platz sieben bis zum Ende ganz eng zusammen“, sagt Henkes.

Ein paar Wochen muss der neue Coach noch auf die verletzten Mario Becker (Rückenprobleme), Florian Denter (OP nach Reizung im Knie) und Florian Grimbach (Meniskus-OP) verzichten. Doch Kapitän Andreas Schmitz hat seine Blessuren auskuriert und steht ebenso wieder im Team wie Vizekapitän Marc Schössler. Derweil ist Eschfeld mit Arzfeld, Daleiden und Dasburg eine Jugendspielgemeinschaft eingegangen. „Das funktioniert sehr gut. Mit dem Kunstrasenplatz in Arzfeld haben wir auch topp Bedingungen, wenn es jetzt in die kalte und nasse Jahreszeit geht.“ So wird mit Marc Belling ein A-Jugendspieler sukzessive bei den Senioren zum Einsatz kommen. „Marc ist ein sehr guter und intelligenter Fußballer. Er verstärkt das Team sporadisch.“ Der FSV empfängt am Sonntag den SV Speicher. (L.S.).